Unterwegs mit dem Citypass

19. September 2011

San Francisco, der zweite und dritte/letzte Tag

Nach meinem Ausflug nach Alcatraz wartete nun ein voll gepackter Tag mit Museumsbesuchen auf mich. Die Öffnungszeiten der Museen waren leider was für Langschläfer. Also vertrödelte ich meine Zeit mit Frühstücken und durch die Stadt latschen.

san_web_041san_web_042

Als erstes Stand der Besuch der Academy of Sciences auf dem Programm. Hier findet man in den für mich an ein kleines Fußballstadion erinnernden Bau einen Regenwald unter einer Glaskuppel mit allerlei Tropischen Vögeln und Schmetterlingen. Danach ging es in den Keller wo man ein Aquarium bestaunen konnte. Dieses ist meiner Meinung um einiges Beeindruckender, als das Aquarium am Pier 39 vom Vortag. Es gab auch einen Ausstellungsbereich zum Thema Klimaschutz und Umweltbewußtsein. Das ganze Museum ist mit vielen Erklärungstafeln versehen, die von Kindergärten und Schulen als Lehrpfad genutzt werden. Alles in allem sehr anschaulich dargestellt. Das Beste kam für mich zum Schluss: Im Gebäude gibt es auch noch ein Planetarium. Die Entstehungsgeschichte von Leben stand auf dem Programm. Die Projektion von leider nur 30 Minuten , war richtig gut gemacht und sollte eines der Tageshighlights werden.

san_web_045

Gegenüber lag das Museum DeYoung. Ich wagte mich also in ein Kunstmuseum und traf auf Kunstgegenstände. Während ich so durch die Ausstellung schlenderte mehrte sich meine Befürchtung, dass ich nun wirklich kein Interesse an Gemälden und Skulpturen habe – aber es war im Citypass inklusive, also stapfte ich tapfer durchs Museum. Tatsächlich fand ich dann doch noch was interessantes. Das Gebäude hat einen hohen Turm von dem man einen ganz netten Ausblick hatte bzw. einen super Ausblick hätte, wenn da nicht die Wolken wären… Smiley

Zurück also in die Straßenbahn. Beide Museen liegen im Golden-Gate-Park. Dieser liegt etwas entfernt von der Brücke im Westen der Stadt. Ein netter Park mit vielen Wegen und natürlich Straßen, damit man ihn auch per Auto oder Bus erkunden kann. Gleich nebendran liegt die Uni und somit allerlei netter Cafés und Restaurants. Auch die Brauerei Social-Brewery war hier, hierzu aber später mehr.

san_web_050

Zurück ging es also in die Stadt. Eigentlich stand nun das Museum of Modern Art auf dem Plan. Das Wetter wurde aber besser also bin ich zum Hafen, um dort meine Bootstour zu machen. Ebenfalls inklusive war nämlich eine Schiffsfahrt unter der Golden-Gate-Brücke hindurch. Da war sie also. Die Brücke, das Ziel meines Radlausfluges. Die Sonne gab ihr bestes, um Brücke und Skyline zum strahlen zu bringen. Die folgende Rückfahrt mit Umrundung von Alcatraz verbrachte ich am Heck und schaute der Brücke hinterher…

san_web_055san_web_058

Zurück am Festland ging es dann wieder mit dem Bus durch die Innenstadt. Die Buslinien 8x ist meiner Meinung nach einer der besseren. Die Busse stoppen ständig, stehen mehr als sie fahren und trotz Einbahnstraßen ruckelt man in Nord/Süd-Richtung über die Straßen. Die U-Bahn bedient nur die Ost-West-Verbindungen. Als Kölner kommen rund um Powell-Station schnell Heimatgedanken, ähnelt doch die Fahrt immer wieder mal an die U-Bahn-“Fahrten” zwischen Neumarkt und Dom. (Für die Nicht-Kölner: Die Bahnen behindern sich gegenseitig und es kommt zum stop and go). Selbst die Cablecars oder die alten Straßenbahnen der F-Linie kommen wie der gesamte Verkehr in der Stadt nicht ins fließen. Als Radfahrer hat man zwar kaum eigene Wege, allerdings hatte ich keine einzige knifflige Situation wegen schneidender Autofahrer oder gedankenlosen Fußgänger.

san_web_061

Mein Ziel war übrigens nun das Museum of Modern Arts. Brauchte es noch eine Bestätigung, wahr spätestens nun klar, dass mich Kunstmuseen nicht der Kunst wegen interessieren. Das ein oder andere Bild sah schön aus, und ein paar drollige Figuren gab es zu sehen. Ich schlenderte trotzdem durch all die drei Ebenen und ließ die Anhäufung von Kunstgegenständen auf mich einprasseln. Der Audioguide führte leider nicht durch das Museum sondern erzählte nur zu einzelnen wenigen Ausstellungstücken Geschichten. Zum Abschluss gab es aber noch Filmkunst zu sehen. Leider nur ein Film von 12 Minuten über  eine Bandprobe. Man hatte das Gefühl selbst bei der Probe dabei zu sein. Gut gemacht!

san_web_060

So endete dann mein großer Besichtigungstag und es ging zurück ins Hostel. Hier versuchte ich vergebens meine Pedale zu lösen. Auch im Bikeshop konnte man sie nicht lösen. Da wären also die guten drei Dinge. Nach dem gebrochenen Gepäckträger, dem blockierten Shifter nun die Pedale.

Aber zurück zum Vortag. Da war ja noch die Geschichte mit der Social-Brewery. Ich hatte morgens nach Brauereien in Google gesucht und bin auf eine in der Nähe der Uni mit guter Bewertung gestoßen. Als ich mir die Getränkeliste anguckte staunte ich nicht schlecht: Es gab KÖLSCH (und Alt)! Hier verbrachte ich dann meinen letzten Abend, begleitet von einer Radkollegin die den ganzen Stress mit der Pedal mitgefiebert hatte und traf dort noch auf zwei andere Mitreisenden der letzten Tage. Ich kann euch sagen, das Kölsch hat so etwas von gezischt  in meiner Kehle! Der Burger war ebenfalls Klasse und somit war der Abend gerettet.

san_web_064

Am nächsten Morgen klärte sich das Problem aber im Bikeshop innerhalb von Sekunden. Man brauchte nur einen wirklich großen Schlüssel und zwei Versuche und der Kollege hatte die Pedale besiegt. Darauf gab es dann ein tolles Frühstücksandwich mit meinem ersten Brot, was wirklich wie zu Hause schmeckte in einem netten Café im Italienischen Viertel! Anschließend verpackte ich das Rad also wieder in einem Radkarton und wurde vom Shuttle zum Flughafen gefahren.

Am Flughafen ging alles ohne Probleme, einmal durch den Scanner und gut. Die Beamten waren, so denn sie denn gesprochen haben, freundlich und witzig drauf. Auch mein Rad musste ich nicht irgendwo hin schleppen, es wurde am Schalter abgeholt. Achja! Bei Airberlin am Schalter war zwar gut Betrieb aber auch nicht ausgelasteten Schalter für die Premium-Kunden haben die normalen Reihen mit abgefertigt. Mich haben sie sogar noch direkt aus der 5-Personen-Schlange heraus geholt.

Dann ging es schnell: Bierchen, Burger, Süßigkeiten, Dollars verbraucht, Feierabend.

san_web_057


San Francisco

15. September 2011

Golden Gate Bridge und der erste Tag danach

Tja, nun bin ich also über die Brücke gefahren. Ich bin früh gestartet. Wisst ihr, ich wollte die Brückenquerung so realitätsnah wie möglich gestalten. Und Morgens sind die besten Chancen auf Nebel und Wolken Smiley

san_web_002

Auch das lief voll nach Plan, wie man den Bildern ja entnehmen kann. Bis zum Schluss konnte ich mich nicht auf ein bestimmtes Lied oder einen Interpreten für die Querung einigen. Ich habe also munter hin und her gewechselt, wobei Traditionelles Liedgut von den Höhnern, 5vor12 aber auch Final Countdown oder Don’t Stop me Now in der Playliste waren.

san_web_006san_web_010

Angekommen in San Francisco bin ich mit der Kamera im Anschlag zum Hostel getrödelt und hab es dann ers einmal ruhig angehen lassen. Habe meine Klamotten sortiert und die verschlissenen Radschuhe in den Mülleimer geschmissen (und mir natürlich gleich mal neue gekauft).

san_web_016san_web_016

Im Rogue Ales Public House habe ich dann den Tag zum Ende gebracht. Burger, Tacos, komische Nachtische und natürlich ein paar lokale Bierchen. In Victoria haben mir die Brewerypubs besser gefallen und das Essen war auch besser als hier, aber es bleiben ja noch 2 Abende!

Es kam übrigens wie es kommen musste. Auch in diesem Hostel traf ich auf Radlerkollegen bzw. -ginnen  meiner letzten Tage. Ein anderer kam noch auf ein Bierchen in den Pub. Auch davor die Nacht torkelte ein mir bekannter Kollege Nachts um drei ins Hostelzimmer. … Amerika ist auch nur eine Ansammlung von Dörfern!

Out of Topic: So sieht die Brücke übrigens Abends bei Sternen klarer Nacht von der Nordseite aus:

san_web_001

Am nächsten Tag ging es dann auf den ersten großen Stadtrundgang. Nach dem ich den Broadway mit seinen vielen Italienischen Restaurants abgelaufen bin, ging es mit dem Cablecar und Bussen einmal quer durch die City Richtung Golden Gate Park. Hier werde ich einen Tag später mir sicherlich noch ein paar Dinge angucken. Nun musste ich nämlich schnellstens zum Anleger für meinen Alcatrazbesuch.

san_web_026san_web_025

Das alte Gefängnis ist aus meiner Sicht auf jeden Fall einen Besuch wert. Man bekommt ein kurzes Video zur Einführung zu sehen und bekommt einen Audioguide für den Gang durch das eigentliche Gefängnis. Ausserdem konnte ich noch an einer Führung mit einem der Ranger zum Thema Ausbrauchsversuche teilnehmen. Den Besuch im Aquarium, welches unweit vom Anleger liegt kann man sich meiner Meinung nach aber sparen. Da ist das Sealife in Königswinter spannender Smiley

san_web_036san_web_033

Anschließend ging es noch mal zum dank Kreuzfahrtschiff überfülltem Cablecar. Es folgte ein Marsch durch die Shopping Meile am Union Square und natürlich bin ich auch durch die Grant Avenue in Chinatown marschiert. Ich stelle dabei immer wieder fest, dass ich mich Shopping und das bloße Sightseeing nicht wirklich begeistert. Es ist alles mal nett gesehen zu haben, dass war es dann aber auch.

san_web_038san_web_041

Abends hatte ich mir dann ein tolles spanisches Restaurant herausgesucht. Natürlich hatte es auch eigenes Bier und ich fand der Name Thirsty Bear passte zu meinem Urlaub. Also habe ich gefuttert und getrunken wie ein Bär nach seinem Winterschlaf.

.P1140506


Und noch mehr von Kalifornien

13. September 2011

Kalifornien Teil 3

Nach dem nun mein Radl wieder Tourentauglich war, ging es früh morgens wieder auf die Piste. Ein kräftiger Gegenwind begrüßte mich und blieb mir bis zum Abend treu. Der Wind hatte von Nordwest auf Südwest gedreht, was ja eigentlich nur sehr selten vorkommen soll. Nun gut, Musik an und ab übers Farmland, durch den Nebel zurück an die Küste Richtung Bodega Bay. (Vom Besten zum vielleicht schlechtesten Campground mit versandetem viel zu kleinem Platz für Hiker/Biker in Hanglage, wobei selbst der schlechteste Campground immer durchaus ausreichend war)

ca_web_092ca_web_093ca_web_096ca_web_102

Dieser und der kommende Tag waren vom eher mäßigem Wetter geprägt. Der Wind drehte nicht wirklich und so ergab sich mehr Zeit die Aussicht beim Radeln zu genießen.. Und das hat sich wie ihr seht sehr gelohnt

ca_web_106ca_web_112

Der letzte Campground, für meine Reise, war dann der Samuel Taylor Statepark. Ein Zeltplatz wie ich ihn mir vorstelle. Ruhig gelegen, großzügige Stellflächen und die sanitären Einrichtungen waren auch ordentlich. Allerdings hätten wir (ja, auch hier traf man alte und neue Radkollegen) auf das nächtliche Wildlife verzichten können. Wir hatten uns schon gewundert, dass wir noch keine Waschbären gesichtet hatten, bis jemand meinte “Schau mal dort, da sind ziemlich viele Gesichter im Busch” … Im Taschenlampenlicht konnten wir über ein dutzend Waschbärchen ausmachen, die auf unser Futter scharf waren. … Schnell ein paar Fotos gemacht und dann schleunigst alle Taschen in Zelt oder den zum Glück vorhandenen Metallschrank.   ca_web_124ca_web_125

Auf der Zielgeraden zur Brücke ging es dann durch die Vororte von San Francisco. Mehr oder weniger ungewollt radelte ich einen Berg hoch um dann glücklich über dieses Versehen die Skyline von San Francisco ausmachen konnte.

ca_web_128ca_web_133

Angekommen an der Brücke schnell ein erstes von dutzenden Zielfotos und auf der anderen Seite der Brücke, unweit vom Hostel ein weiteres. Von dieser Seite kann man die Brücke leider nur zur Hälfte sehen, daher habe ich mal einen Ersatzpfeiler besorgt – mein in Sausalitos erworbenes Erfrischungsgetränk.

ca_web_140ca_web_146